Demografischer Wandel als Chance für den Saalekreis


Kaum ein anderes Thema wird unsere Region in den nächsten 20 Jahren so nachhaltig beeinflussen wie der Demografische Wandel. Verschiedene Erhebungen des Statistischen Landesamtes Sachsen-Anhalt haben ergeben, dass die Zahl der 65jährigen und älteren Menschen von 2005-2025 um 13% steigen wird. Gleichzeitig wird die Zahl der jungen Menschen um fast 30% sinken. In diesem Zusammenhang stellt sich die Frage, wie die regionale Wirtschaft auf diesen Bevölkerungsumbruch bzw. auf den sich ändernden Kundenkreis vorbereitet ist. Denn es ist davon auszugehen, dass ein großer Anteil der alternden Saalekreis Einwohner auf Unterstützung in vielfältiger Hinsicht angewiesen sein wird.

Allerdings sind viele Menschen in unserer Region nach wie vor über das Thema Pflege im Alter nur unzureichend oder gar nicht informiert. Dabei handelt es sich um ein Thema, dass die gesamte Gesellschaft betrifft. Jeder muss sich irgendwann mit der Frage auseinadersetzen, wo er seinen Lebensabend (auch im Pflegefall) verbringen möchte. „Ein Leben lang zuhause wohnen“, ist oft der Wunsch vieler älterer Menschen. Doch dieser wird leider viel zu selten erfüllt. Die Gründe dafür sind verschieden. Häufig fehlt es jedoch an adäquaten Angeboten und Möglichkeiten einen Menschen auch bei höherem Pflegeaufkommen zuhause zu pflegen. Für viele Angehörige und Betroffene bleibt deshalb oft nur der Weg in ein Pflegeheim. Das kann jedoch weder im Interesse der Beteiligten noch im Sinne der ortansässigen Gewerbetreibenden sein.

Denn die durchschnittliche Lebenserwatung in einem Heim beträgt nach Einlieferung gerade eimal 3 Jahre![1] Sowohl aus ethischer als auch aus wirtschaftlicher Perspektive kann es sich eine Region, die deart stark von den Folgen des Demografischen Wandels betroffen sein wird, wie der Saalekreis, nicht leisten diesen Umstand weiterhin zu ignorieren. Denn es sind allzu oft gerade die älteren Menschen, die sich ehrenamtlich auf unterschiedlichste Weise in die Kommune einbringen und somit das öffentliche Leben bereichern. Darüber hinaus bleiben selbständig lebende Pflegebedürftige der Region als Kunden „länger erhalten“. Es liegt in der Natur der Sache, dass man im hohen Alter nicht mehr jeder Tätigkeit selbst ausüben kann, wodurch der bedarf an professioneller Hilfe steigt. Dies betrifft den Wäsche- und TV-Dienst ebenso wie den ortsansässigen Lebensmitteladen, Handwerksbetrieb oder Vermieter. Es muss gelingen den Demografischen Wandel als für den Saalekreis zu begreifen.

Vor diesem Hintergrund plant der gemeinnützige Verein Sozial Konzept Halle-Saalkreis e.V. eine Informationstour durch den Saalekreis. Unter dem Stichwort Nursemob werden verschiedene Abendveranstaltungen im gesamten Kreis stattfinden, bei denen Konzepte zur Nutzung des Demografischen Wandels als Chance für die Region vorgestellt werden. Der Tourenplan und die genauen Termine werden auf unseren Webseiten zu finden sein.


[1] Vgl. Punkt 1.6. auf: http://www.klinikum.uni-muenchen.de/Campus-fuer-Alten-und-Krankenpflege/download/inhalt/Alter/bilder.pdf

Filed Under: Demografischer Wandel

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