Die Pflegestufen und die Pflegeversicherung

Die Pflegestufe entscheidet darüber, in welchem Umfang ein Pflegebedürftiger Leistungen von der Pflegeversicherung erhält. Die Einstufung erfolgt in der Regel durch ein Gutachten des Medizinischen Dienstes der Krankenkassen (). Bei Privaten Krankenversicherungen übernimmt dies Medicproof. Die Pflegestufe richtet sich nach der Schwere der Beeinträchtigungen und dem Zeitaufwand, den die Pflege in Anspruch nimmt.

Berücksichtigt wird der Hilfebedarf bei den regelmäßig wiederkehrenden Verrichtungen des täglichen Lebens. Dazu zählen die sowie der Aufwand für die hauswirtschaftlichen Versorgungen. Die beinhaltet Hilfen bei der Körperpflege, Ernährung und Mobilität. Folgende Hilfestellungen gehören dazu:

Körperpflege: Waschen, Duschen, Baden, Zahnpflege, Kämmen, Rasieren, Blasen- oder Darmentleerung.

Ernährung: Mundgerechtes Zubereiten oder Aufnahme der Nahrung.

Mobilität: Selbstständiges Aufstehen und Zubettgehen, An- und Auskleiden, Gehen, Stehen, Verlassen und Wiederaufsuchen der Wohnung (z.B. für Arztbesuche, Behördengänge, nicht für Spaziergänge).

Hauswirtschaftliche Versorgung: Einkaufen, Kochen, Putzen der Wohnung, Spülen, Wechseln und Waschen der Wäsche.

Für jede einzelne Tätigkeit gibt es einen bestimmten Zeitbedarf. Daraus wird dann der gesamte Pflegeaufwand berechnet.

Man unterscheidet drei Pflegestufen:

Pflegestufe 1 – erheblich Pflegebedürftige

Der Hilfebedarf für die Grundpflege und die hauswirtschaftliche Versorgung muss pro Tag mindestens 1,5 Stunden betragen. Auf die Grundpflege müssen dabei mehr als 45 Minuten täglich entfallen.

Pflegestufe 2 – Schwerpflegebedürftige

Der zeitliche Aufwand für die Grundpflege und die hauswirtschaftliche Versorgung muss pro Tag mindestens drei Stunden betragen, wobei auf die Grundpflege mindestens 2 Stunden entfallen müssen.

Pflegestufe 3 – Schwerstpflegebedürftige

Der Hilfebedarf für die Grundpflege und die hauswirtschaftliche Versorgung muss bei mindestens fünf Stunden täglich liegen. Der Anteil an der Grundpflege muss dabei mindestens vier Stunden täglich betragen.

Wenn der Pflegeaufwand das Maß der Pflegestufe 3 weit übersteigt, kann ein so genannter Härtefall vorliegen. Die Pflegekasse kann in diesem Fall im Rahmen der Pflegesachleistung und der vollstationären Pflege weitere Leistungen gewähren. Dies kann beispielsweise im Endstadium einer Krebserkrankung oder bei Patienten im Wachkoma der Fall sein.

Leistungsübersicht

Filed Under: Pflegeberatung

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